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 Ziele im Einzelnen

Neue, kreative und partizipative Impulse für die Prävention bei spezifisch vulnerablen Gruppen und für die Fortbildung von Fachkräften

Es wird ein Konzept der lebensweltorientierten Prävention für Jugendliche in Form eines theaterpädagogischen Workshops (soziodramatische Szenen) als Produkt entwickelt und pädagogischen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Jugendliche spielen, diskutieren, reflektieren und entwickeln selbst Vorstellungen von Schutzprozessen in ihrem Umfeld. Damit werden Jugendliche erreicht, die auf allein kognitive Prävention wenig ansprechen. Diese Form der Prävention durch theaterpädagogische Arbeit fördert durch das Spielen von Rollen Perspektivenübernahmen, Empathie, Aushandlungen und Auseinandersetzungen mit Handlungsmöglichkeiten und mit den Folgen des eigenen Handelns.

Weiterentwicklung institutioneller Prozesse und professionellen Handelns

Bezogen auf Schutzprozesse in stationären Einrichtungen und Schulen existieren eine Reihe von Dilemmata und Zielkonflikte professionellen Handelns. Z.B. muss Jugendlichen ausreichend Spielraum für Privatsphäre und Sexualität eingeräumt werden. Gleichzeitig besteht ein Schutzauftrag bei riskanter Gestaltung sexueller Beziehungen bzw. sexuellen Übergriffen in Gruppen. Das Projekt initiiert partizipativ Klärungsprozesse und will bei der Entwicklung von Schutzkonzepten unterstützen, die diesen Dilemmata gerecht werden.

Leitfrage

Schutzprozesse bei vulnerablen Jugendlichen mit auffälligem z.B. sexuellem Verhalten bergen für das professionelle und institutionelle Handeln Dilemmata. Wie kann damit umgegangen werden?

Der innovative und partizipative Ansatz findet sich auch in der Wahl der Methoden

Jugendliche werden an der Konzeptionierung der theaterpädagogischen Workshops und an der Auswertung und Produktion von Video-Clips beteiligt. Szenische Darstellungen zur Erhebung qualitativer Daten zu nutzen ist ein Zugang, der besonders für Jugendliche geeignet ist, die der Forschung eher fern sind.

Leitfrage

Kann ein theaterpädagogischer Ansatz in der Arbeit mit vulnerablen Jugendlichen die Bereitschaft zum Eingreifen stärken? Kann er Gruppen- und Beziehungskontexte so beeinflussen (z.B. Gruppennormen verändern), dass eine Bereitschaft zum Schutz auch realisiert werden kann?

   

Die Konzepte werden aus den Erfahrungen und Einschätzungen der Jugendlichen heraus entwickelt: Einzelinterviews mit jugendlichen Mädchen und Jungen zwischen 14 und 18 Jahren werden der Entwicklung der theaterpädagogischen Workshops vorangestellt.

Leitfrage

Wie gehen die Jugendlichen in ihren Beziehungen und den Peer-Gruppen mit der Tatsache um, dass sie sexualisierte Gewalt erlebt haben? Wie beeinflusst das Bekanntwerden von erlebter sexualisierter Gewalt die Beziehungen und ihre Position in der Gruppe? Wie werden Gefährdungen durch die Peer-Gruppe oder auch Schutz durch die Peer-Gruppe von Mädchen und Jungen erlebt?

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